Was Bringen Medizin, Salben Und Pillen?

Bei der Behandlung eines Tennisarms erfolgt zunächst meist eine konservative Therapie mit Schonung, Krankengymnastik oder Bandagen.

Für den Fall, dass die Beschwerden dadurch nicht zurückgehen können auch verschiedene Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden.

Je nach Krankheitsbild können verschiedene Arzneimittel zur Anwendung kommen, die jedoch zumeist auch mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sind.

Aus diesem Grund sollten Sie die Chancen und Risiken einer medikamentösen Therapie immer genau mit Ihrem Arzt besprechen – vielzu oft schenken viele Betroffene der Pharmaindustrie ihr Vertrauen ohne Wirkung und Risiken zu kennen.

 

Entzündungshemmende & schmerzstillende Wirkung

Zur Bekämpfung der Schmerzen werden in erster Linie die klassischen Schmerzmittel eingesetzt. Hierzu gehören insbesondere antirheumatische Mittel zur Anwendung. Diese werden auch als Antiphlogistika oder kurz NSAR bezeichnet.

Medikamente Bei TennisarmDie Abkürzung NSAR steht für nichtsteroidalen Antirheumatiker, was bedeutet, dass in den Präparaten kein Cortison enthalten ist. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Schmerzmittel Ibuprofen, Dicolfenac und Voltaren.

Sie können akute Schmerzen jedoch auch mit Eisbeuteln oder Kühlpacks behandeln. Diese sorgen in der Regel für eine relativ schnelle Linderung. Sind die Schmerzen bereits chronisch empfiehlt sich dagegen eher eine Wärmebehandlung.

Besagtes Ibuprofen besitzt neben einer schmerzlindernden auch eine spürbare entzündungshemmende sowie fiebersenkende Wirkung. Das Präparat wird als Tabletten oder Saft in unterschiedlichen Stärken angeboten. In keinem Fall sollten Sie eine Tageshöchstdosis von 2.400 mg überschreiten.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören allergische Reaktionen wie Hautreizungen, Blutdruckabfall oder Schock. Die dauerhafte Einnahme kann zudem zu Leber- oder Nierenschäden führen.

Dicolfenac besitzt gegenüber Ibuprofen eine stärkere entzündungshemmende Wirkung. Der Wirkstoff ist unter anderem auch im Arzneimittel Voltaren enthalten. Sie erhalten Dicolfenac als Tabletten, Zäpfchen oder Salbe bzw. Gel zur äußeren Anwendung.

Neben allergischen Reaktionen kommt es als Nebenwirkung sehr häufig zu einer Magenschleimhautentzündung. Sie sollten das Medikament in keinem Fall über einen längeren Zeitraum einnehmen, da es auch hier zu Leber- und Nierenschäden kommen kann.

Generell gilt, dass die Einnahme in Tablettenform für unangenehme Nebenwirkungen führt. Gegen die äußere Anwendung als Salbe oder Gel gibt es dagegen relativ wenig einzuwenden.

 

Injektion von Kombipräparaten

In einigen Fällen wird Ihnen Ihr Arzt auch eine Injektion mit einer Mischung aus Entzündungshemmern und Lokalanästhetika vorschlagen. Diese werden in der Umgebung der betreffenden Nerven appliziert. Es kommt dabei zu einer Blockade der Nervenleitung, sodass Sie keine Schmerzen mehr empfinden.

Behandlung mit cortisonhaltigen Präparaten

In der Vergangenheit setzten viele Ärzte bei besonders hartnäckigen Beschwerden Cortisonspritzen zur Behandlung ein. Dabei wird das Cortison nicht direkt in die Ellenbogen, sondern an die krankhaft veränderten Sehnenansätze infiltriert.

Oftmals lässt der Schmerz bereits wenige Stunden nach erfolgter Injektion deutlich nach. Das Einspritzen des Cortisons wird von den meisten Patienten als sehr unangenehm und teilweise sogar schmerzhaft empfunden. Zudem sind mit einer solchen Behandlung auch erhebliche Risiken verbunden.

So gelangen immer geringe Mengen an Cortison in den Kreislauf, was zu einer vorübergehenden Blutdrucksteigerung führen kann. Zu den lokalen Risiken gehören Verschmächtigungen der Haut und des Unterhautfettgewebes. Sie erkennen mögliche Komplikationen an einer zunehmenden Schwellung und Rötung der Haut.

Dazu kommt es besonders über Nacht zu schmerzen, die sich bei Druck auf die betreffende Stelle noch verstärken. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

 

Schlechterer Heilungsverlauf durch Cortisonbehandlungen

Eine repräsentative Studie hat ergeben, dass sich der Heilungsverlauf durch Cortisonspritzen verlangsamen kann…

Bei der Studie wurde ein Teil der Probanden mit und ein Teil ohne Cortison behandelt. Nach vier Wochen ging es den Patienten die Injektionen mit Cortison bekommen hatten deutlich besser. Allerdings kehrte sich dies im weiteren Verlauf der Behandlung um.

Die mit einer konservativen Therapie behandelten Patienten waren nach einem Jahr zu 96 Prozent komplett geheilt. Bei den Probanden mit Cortisoninjektion erlangten dagegen nur 83 Prozent eine komplette Beschwerdefreiheit. Es gibt verschiedene Theorien, warum sich der Heilungsverlauf mit der Zeit umkehrt.

So wird vermutet, dass die Patienten aufgrund des raschen Heilungserfolgs ihren Arm zu schnell wieder belasten. Wägen Sie deshalb gemeinsam mit Ihrem Arzt ab, ob Sie einer kurzfristigen Schmerzlinderung oder einem langfristigen Heilungserfolg den Vorzug geben.

Das Fazit: Medikamente sind stets mit Vorsicht zu konsumieren. Bei einer sorgfältigen Übungstherapie kann man auf teure und mit Nebenwirkungen behafteten pharmazeutische Erzeugnisse komplett verzichten.

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